Mein Sommer am Barumer See
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5. Juni 2013

Endlich, endlich, endlich! Heute war ich das erste Mal schwimmen. Hat ja noch ganz schön gedauert, seit meinem Fußbad im April. Das Wetter war aber auch wirklich nicht danach. Heute aber dafür war ein herrlicher Sommertag, ich hatte vor meinen Nachmittagsterminen ein bisschen Luft. Also: nichts wie zum See.
Es ist immer etwas Besonderes nach so langer Abstinenz sich wieder dem See zu nähern, als fordere der See eine besondere Haltung, Respekt vor seiner Ruhe und Würde. Wie zum Beweis zieht stolz erhobenen Hauptes eine vereinzelte Gans an mir vorüber, als ich zum Wasser komme. Einen Moment wundere ich mich über den extrem tiefen Wasserstand. Doch das drohende Hochwasser, das auch hier erwartet wird, hat wohl dazu geführt, dass viel Wasser aus den kleinen Flüsschen und damit auch Seen im Elbeumland durch die überall eingebauten Staustufen abgelassen wurde. So flach habe ich den See noch nie gesehen. Am Schilfgürtel kann man gut die Verfärbung sehen, wo das Rohr normalerweise im Wasser steht. Und an der kleinen Einstiegsbucht hat sich ein regelrechter kleiner Strand gebildet. Ein bisschen beklommen macht es mich, dass ich das Wasser so genieße, wo andernorts Wasser gerade für viel Leid sorgt.
Und doch ist es so herrlich, das kühle Nass zu spüren, sich darin so recht frei zu fühlen mit jedem Zug mehr und mehr hinter mir zu lassen. Aus zwei Richtungen ruft der Kuckuck. Ich denke daran, dass man beim Ruf des Kuckucks sein Geld in der Tasche zählen soll, damit man es recht vermehre. Geld habe ich natürlich nicht dabei, aber reich fühle ich mich und glücklich.

5.6.13 22:58


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5. Juni 2013

Endlich, endlich, endlich! Heute war ich das erste Mal schwimmen. Hat ja noch ganz schön gedauert, seit meinem Fußbad im April. Das Wetter war aber auch wirklich nicht danach. Heute aber dafür war ein herrlicher Sommertag, ich hatte vor meinen Nachmittagsterminen ein bisschen Luft. Also: nichts wie zum See.
Es ist immer etwas Besonderes nach so langer Abstinenz sich wieder dem See zu nähern, als fordere der See eine besondere Haltung, Respekt vor seiner Ruhe und Würde. Wie zum Beweis zieht stolz erhobenen Hauptes eine vereinzelte Gans an mir vorüber, als ich zum Wasser komme. Einen Moment wundere ich mich über den extrem tiefen Wasserstand. Doch das drohende Hochwasser, das auch hier erwartet wird, hat wohl dazu geführt, dass viel Wasser aus den kleinen Flüsschen und damit auch Seen im Elbeumland durch die überall eingebauten Staustufen abgelassen wurde. So flach habe ich den See noch nie gesehen. Am Schilfgürtel kann man gut die Verfärbung sehen, wo das Rohr normalerweise im Wasser steht. Und an der kleinen Einstiegsbucht hat sich ein regelrechter kleiner Strand gebildet. Ein bisschen beklommen macht es mich, dass ich das Wasser so genieße, wo andernorts Wasser gerade für viel Leid sorgt.
Und doch ist es so herrlich, das kühle Nass zu spüren, sich darin so recht frei zu fühlen mit jedem Zug mehr und mehr hinter mir zu lassen. Aus zwei Richtungen ruft der Kuckuck. Ich denke daran, dass man beim Ruf des Kuckucks sein Geld in der Tasche zählen soll, damit man es recht vermehre. Geld habe ich natürlich nicht dabei, aber reich fühle ich mich und glücklich.

5.6.13 22:57


25. April 2013

Ich war drin! Bis zu den Knöcheln. In meinem geliebten Barumer See. Und ich kann es kaum erwarten, wieder richtig schwimmen zu gehen. Noch ist es mir zu kalt. Die Welt um den See erwacht erst ganz allmählich zu neuem Leben. Der lange Winter ist spürbar in den kahlen Halmen des Schilfs, in der Unberührtheit des Strandes, in der schmerzhaften Kälte des Wassers. Doch die Sonne schien so wunderbar an diesem vergangenen Donnerstag, dass ich in einer unerwarteten Freistunde spontan zum See gefahren bin. Zum Strand diesmal, nicht an mein gewohnten Einstieg auf der Dorfseite. Der Sand und das junge Gras saugen die nachmittäglichen Sonnenstrahlen begierig in sich auf. Erste Bienen fliegen fleißig hin und her und verkünden den Frühling.
Wie schön, über das Wasser zu blicken. Ich ziehe meine Schuhe aus und wandere einfach so durch das flache Ufer. Der Kälte frisst sich  in meine Füße, doch ich gewöhne mich daran und genieße das Wasser auf meiner Haut. Bald, bald ist es wieder soweit.
Ich werde nicht mehr so häufig schwimmen gehen können, nicht mehr morgens um sieben. Zu weit wohnen wir jetzt entfernt. Aber ich werde gehen, zwei, dreimal die Woche, vielleicht mittags, vielleicht abends. Jetzt, da der Winter vorüber ist, weiß ich, dass ich den See nicht missen möchte, ebensowenig wie mein Seetagebuch. Deshalb hier also nun der Neustart in das SEETAGEBUCH - Der zweite Sommer.

29.4.13 16:42


5. September

Glücksmomente
Wildgänse haben den See in Beschlag genommen. Wandervögel, für die der Sommer auch bereits vorüber ist. Sie rasten am See, verweilen. Einige ziehen weiter, andere werden bleiben. Nachts suchen sie die Strandufer auf, um zu schlafen. Das macht es für den Spätsommerbadenden nicht gerade angenehm. Auch wenn die Vögel in der Regel den Menschen meiden und das Feld räumen, bleiben doch ihre Hinterlassenschaften am Ufer und im ufernahen Wasser.
Ich war schon seit ein paar Tagen nicht mehr schwimmen. Es ist, als sei die Zeit vorüber. Zu allem Überfluss spüre ich eine aufziehende Erkältung, die ich mir allein aus beruflichen Gründen so gar nicht erlauben kann. Also heißt es, kein weiteres Risiko einzugehen.
Und so stehe ich heute Nachmittag einfach nur am See, schaue aufs Wasser. Eine Gruppe Gänse zieht direkt an mir vorüber. Einige von ihnen werden durch irgendetwas aufgeschreckt, spreizen ihre Flügel, fliegen ein Stück, landen auf dem Wasser und schwimmen in aller Ruhe ihres Wegs. Weiter hinten, an der Neetzemündung gleiten ein paar Schwäne inmitten einer anderen Gänseschar durch die Seerosenblätter. Mehr Idylle geht nicht. Der See wirkt so ruhig und friedlich. Für einige Momente bin ich mit allen Sinnen ganz da und genieße die Luft, das Wasser und die Szenerie vor mir. Voller Dankbarkeit, dass mir die Zeit im See und mit dem See geschenkt worden ist, ist der Augenblick so reich. Ich durfte einen kurzen Sommer ein Teil dessen sein, das in einem so viel größeren Zusammenhang steht, als ich jemals wahrnehmen könnte. Doch mein Seesommer hat mich bereichert, mich frei gemacht, zum Schreiben angeregt, mir Pausen vergönnt, den Blick geweitet und die Welt ein wenig neu beleuchtet. Nun ziehe ich mich zurück, ebenso wie der See sich allmählich von den Menschen zurückzieht. Ein wenig Traurigkeit verbleibt, da ich weiß, dass dies mein letzter Sommer hier war und ich nur noch sporadischer Gast sein werde. Doch es bleibt so viel, dass ich nur die Glücksmomente zähle.

5.9.12 18:22


28. August

Urlaub ist etwas Wunderbares: einmal Abstand gewinnen vom Alltag, Neues sehen und erleben. Fremden und lange nicht gesehenen Menschen neu begegnen. In andere Welten eintauchen.
Da sind auch der See und mein fast schon alltägliches Schwimmen hintüber gekippt. Kaum zu glauben: das, was mir im Juni noch tägliche Freiheit bedeutet hat, ist Teil einer Routine geworden. Ob sich nächste Woche daran noch einmal etwas ändern wird?
Viel Zeit bleibt nicht mehr, vielleicht noch zwei, drei Wochen. Bereits Montag ist der Sommer zum Herbst hin gekippt, wie über einen Grat. Jedes Jahr gibt es diesen Tag. Ich stehe morgens auf und die Luft fühlt sich anders an, das Licht wird satter, fast greifbar, die Welt hat sich gewandelt. Der Zenit ist überschritten und der Jahreskreis neigt sich.
Der See wird kälter und er wird sich nicht mehr nennenswert erwärmen, selbst wenn die Tage noch einmal wärmer werden. Dazu sind die Nächte bereits wieder zu lang. Noch sind die Schwalben da, tanzen im schon tiefstehenden Licht. Doch Wolken ziehen auf, es beginnt zu regnen.  Ein Abschied in Raten beginnt.

28.8.12 22:09


11. August

Heute Morgen war mir der See wieder gewogener. Oder war ich einfach wieder entspannter und offener für Eindrücke? Gut möglich.
Der See ruht majestätisch in seinem Bett, als gewähre er mir eine Audienz, als gestatte er mir eine Zeit der Nähe, einen Einblick in sein Reich. Niemand sonst ist da, niemand, der der Rasen mäht, den Strand reinigt, eine frühe Kanutour startet. Endlich wieder allein. Ich atme tief durch und genieße die Strenge, die in der Ruhe liegt. Nichts, was mich ablenkt, nichts, das meine Sinne beansprucht. Nur der See und ich. Mit kräftigen Zügen durchquere ich den See. Heute kein Verweilen, keine Treiben lassen, kein Sinnieren. Einfach nur geradeaus, kein Ziel, nur schwimmen, schwimmen, die Kühle des Wassers auf der Haut bis alle Gedanken den  Kopf verlassen. Endlich bin ich wieder angekommen und ganz da in einem Moment des Daseins.

11.8.12 21:43


9. August

Wasser ist ein passives Element. Seine Eigenschaften, seine Erscheinung, seine zerstörerische Kraft  oder umschmeichelnde Zartheit: All das zieht es zum großen Teil aus Einflüssen von außen: Der Wind macht die Wellen, die Sonne verändert die Temperatur, sogar die Farbe hängt vom Himmel und vom Grund ab. Heute trudeln dabei auf der trüben grün-grauen Oberfläche strahlende Inseln aus Blau. Ein Sommerhimmel, der keiner ist, hat sich in den See gestürzt, gaukelt Weite vor und verliert sich im nächsten Wellenkamm doch wieder im Grau.
Der See ist mir fremd, ich fühle mich gerade so geduldet, eine von vielen, die sich nehmen, was sie brauchen, gerade so,  als hätten wir nicht schon schöne Stunden miteinander erlebt. Der See erinnert sich nicht. Er ist, was ich sehe, mehr nicht - nicht mehr.  Ein See. Am Ufer Spuren anderer Besucher, die nichts gesucht haben als sich selbst und einander.  Achtlos lassen sie zurück, was zu ihrem Treiben nötig war. Als ich gehe, sammle ich die Überreste auf und nehme sie mit, um sie zu entsorgen. Mir bleibt ein schaler Geschmack.
Ich sehne mich nach dem See, der sich mir vertraut öffnet, mich umfängt, dessen Kälte ich manchmal bezwingen muss, der mich dann aber doch zart liebkost und seine kleinen Wunder vor meinem staunenden Auge offenbart.
Vielleicht muss erst der Sommer vergehen, vielleicht müssen seine Wunden heilen von der Ausnutzung seiner Schönheit und seiner Freigiebigkeit durch Lärm, Schmutz, Achtlosigkeit.

10.8.12 01:19


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